18.03.2020 in Allgemein

Liebe Glienickerinnen und Glienicker

 
Mitmenschlichkeit und Solidarität zeigen

Ich schreibe diese Zeilen unter dem Eindruck der gerade geschlossenen Kitas, Schulen und Geschäfte. Das öffentliche Leben wird immer weiter heruntergefahren.
Aktuelle Informationen können Sie über die Homepage oder die Facebook-Seite der Gemeinde jederzeit abrufen.

„In der Krise beweist sich der Charakter.“ Dieser Ausspruch wurde von unserem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt geprägt. Charakterstärke und Menschlichkeit ist das, was wir jetzt brauchen. Wir alle haben Einschränkungen im täglichen Leben in der letzten Zeit erfahren. Die wirtschaftlichen Folgen, gerade für Gewerbetreibende und Freiberufler, sind noch nicht absehbar.

Doch in der derzeitigen Situation geht es vor allem erstmal darum, so viele Leben wie möglich zu retten, indem die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus verlangsamt wird.

Drastische und sofortige Einschnitte in unserem täglichen sozialen Leben und unserem Berufsalltag sind notwendig. Auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüßungskuss, das Händeschütteln müssen wir eine Zeit lang verzichten.

Worauf wir nicht verzichten müssen, sind Mitmenschlichkeit und Solidarität. Mitmenschlichkeit, indem wir Rücksicht aufeinander nehmen. Solidarität, indem wir unsere Nachbarn, die vielleicht zu den besonders gefährdeten Personengruppen gehören, unterstützen. Nachbarschaftshilfe durch Hilfe beim Einkaufen oder auch Kinderbetreuung sind auch jetzt möglich.

Mich hat die große Hilfsbereitschaft, zum Beispiel in den entsprechenden Gruppen auf Facebook, sehr beeindruckt. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir in diesen Zeiten weiterhin und besonders zusammenhalten!

Ihr

Uwe Klein

28.01.2020 in Allgemein

Ist ein Liederabend ein angemessenes Gedenken?

 

Vor 75 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Seit 1996 begeht Deutschland den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt wurde.

Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn ignorierte in diesem Jahr den Gedenktag. Ein Gedenken, beispielsweise mit Schülern des Neuen Gymnasium Glienicke (NGG) wie in den Vorjahren fand nicht statt. Das Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau reduzierte sich auf die Teilnahme an einem Liederabend, den der Verein Nordbahngemeinden mit Courage in der Kirche in Schildow veranstaltete. Sicher, auch der Glienicker Bürgermeister ist Schirmherr des Vereins, aber ein Gedenken sieht für mich anders aus.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Pfarrer führte der Vorsitzende des Vereins kurz ins Thema ein. In der bis auf den letzten Platz belegten Schildower Kirche durften die Anwesenden einen schönen Liederabend mit Bettina Wegner, Karsten Troyke und Jens Peter Kruse erleben. Zu Recht flammte tosender Beifall immer wieder auf, denn diese drei Künstler sind auch für mich Ausnahmekünstler. Gerade auch Bettina Wegner hat eine klare politische Haltung in ihren Liedern.

Doch ist ein, wenn auch teilweise politischer, Liederabend wirklich ein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus?

Ist ein politischer Liederabend, in dem die schier unglaubliche Menschenverachtung der Nationalsozialisten zur Nebensache verkommt, das, was wir unter Gedenkkultur verstehen? Ich bin Bettina Wegner und Karsten Troyke dankbar, dass wenigsten von ihnen das eine oder andere Wort in diese Richtung fiel. Denn auch zwischen den Liedern gab es leider keinerlei Wortbeiträge, Gedichte oder Beiträge, die inhaltlich auf das Gedenken selbst eingingen.

In seiner Proklamation zur Einführung des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus führte Herzog seinerzeit aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

In einer Zeit, in der Antisemitismus und das Ausgrenzen von Minderheiten in Deutschland wieder salonfähig zu werden scheinen, ist ein Liederabend aus meiner Sicht kaum ein würdiges Gedenken, das in die Zukunft wirkt.

In einer Zeit, in der andersdenkende oder vermeintliche Minderheiten angefeindet und ausgegrenzt werden, ist ein Liederabend aus meiner Sicht kaum ein würdiges Gedenken, das in die Zukunft wirkt.

Wir brauchen ein Gedenken, das die Aufmerksamkeit darauf richtet, dass menschenverachtende Worte und Taten verurteilt und sanktioniert werden. Und dass dies eine Aufgabe jedes Einzelnen von uns ist. Denn das sind wir nicht nur allen Opfern des Zweiten Weltkrieges schuldig, sondern auch unseren Kindern, die in Frieden aufwachsen und sich für eben jenen Frieden einsetzen sollen.

Wir brauchen ein Gedenken, das das Andenken an die Millionen Opfer bewahrt. Ein in die Zukunft gerichtetes Gedenken, um zu verhindern, dass Menschen anderen Menschen je wieder so unfassbares Leid antun.

So schön dieser Liederabend gewesen sein mag, ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sieht für mich anders aus.

23.12.2019 in Allgemein

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19.09.2019 in Allgemein

Initiativgruppe „Willkommen in Glienicke/Nordbahn" ist Gewinner des Ehrenpreises für Toleranz und Zivilcourage 2019

 
Foto: Willkommensinitiative Glienicke_©Gemeindeverwaltung Glienicke_Nordbahn

Die Initiativgruppe "Willkommen in Glienicke/Nordbahn" ist der diesjährige Preisträger des Ehrenpreises für Toleranz und Zivi lcourage des Landkreises Oberhavel. Dies hat diesechsköpfige Jury unter Leitung des Kreistagsvorsitzenden Dr. Wolfgang Krüger in ihrer Sitzung am 03.09.2019 einstimmig beschlossen. Der Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben und ist mit 2.000 Euro Preisgeld dotiert. Er soll Menschen würdigen, die sich durch ihr Engagement und ihren Einsatz für ein weltoffenes und tolerantes Oberhavel einsetzen. Die Initiativgruppe „Willkommen in Glienicke/Nordbahn" engagiert sich seit 2015 ehrenamtlich in ihrer Gemeinde. Ihre Mitglieder setzen sich unabhängig von politischen Ansichten für eine Willkommenskultur ein und unterstützen Geflüchtete bei der Integration in das Gemeinschaftsleben. Sie richteten den Treffpunkt „KOMM AN!" ein. Jeden Samstag stehen die Türen für die Neuankömmlinge offen. Inzwischen hat jede Familie einen Paten als unmittelbaren Ansprechpartner. Die Ehrenamtler begleiten Geflüchtete und Asylbewerber im Alltag und beim Aufsuchen von Ämtern, Behörden und Ärzten. Sie organisieren nicht nur Deutschkurse für Kinder und Erwachsene, sondern auch gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen wie landestypisches Kochen oder Kulturnachmittage. Kinder liegen der Gruppe besonders am Herzen, damit sie beste Startvoraussetzungen erhalten. Bereits in den Kitas finden Deutschkurse statt und Schulkinder werden individuell gefördert. In der Begründung von Bürgermeister Dr. Hans Oberlack, der den Vorschlag eingereicht hatte, heißt es unter anderem: „Die Mitglieder der Willkommensinitiative Glienicke sind mit Menschkenntnis und Menschlichkeit an die Aufgabe herangetreten, sie stehen mit ihrem privaten Engagement für ein tolerantes und weltoffenes Glienicke/Nordbahn."

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