15.04.2020 in Verkehr

Waldseeviertel: Bürgerinitiative nutzt Corona für Eigeninteressen

 
Bilder: Uwe Klein

Die Bürgerinitiative für mehr Verkehrsberuhigung in Glienicke und Hermsdorf will die Corana-Zeit nutzen, um kurzfristig die Sperrungen für den motorisierten Verkehr von Glienicke nach Hermsdorf umzusetzen. Entsprechend äußerte sich der Hermsdorfer Sprecher der Initiative, Professor Dr. Karl Michael Ortmann, gegenüber dem Oranienburger Generalanzeiger (Ausgabe vom 14.04.2020).

„Aktuell wird die Abkürzung durch unseren Kiez doch gar nicht benötigt, weil der Autoverkehr aufgrund der Corona-Krise insgesamt abgenommen hat und über die B 96 ungehindert fließen kann. Gleichzeitig beobachten wir einen Anstieg der Radfahrer und Fußgänger im Waldseeviertel. Somit ist der Zeitpunkt ideal, um kurzfristig temporäre Modalfilter einzurichten", so der BI-Sprecher, der sich für die Einrichtung einer Fahrradstraße von Glienicke nach Hermsdorf ausspricht.

Nach Angaben von Ortmann dauere eine Autofahrt entlang der B 96 aktuell zu jeder Tageszeit nur etwa eine Minute länger als durch die Wohnstraßen des Waldseeviertels. „Der Radverkehr kann jetzt gefördert werden, ohne den Autoverkehr wesentlich zu beeinträchtigen", so Ortmann im Artikel.

Eigennutz statt Gemeinsinn

Ja, für die Anlieger der Alten Schildower Straße, Karlstraße und Lessingstraße gab es in den letzten Jahren kaum Signale von Glienicker Seite für eine Verkehrsberuhigung in diesem Wohnviertel. Doch was hier vom Sprecher der Bürgerinitiative versucht wird, ist an Unverfrorenheit kaum zu überbieten. Die Corano-Krise nutzen zu wollen, um die eigenen Interessen mal eben schnell durchzusetzen?

Anwohnerinteressen nicht ignorieren

Für mich kommt nur eine Lösung in Frage, die auch die berechtigten Interessen der Anlieger berücksichtigt. Und Lösungen sind möglich, ohne dass die Straßen gesperrt, der Durchgangsautoverkehr in beide Richtungen unterbunden und Einzelhändler in ihrer Existenz gefährdet werden!

Glienicke wird sich wehren

Wenn Herr Ortmann meint, die Corana-Krise für seine ureigensten Interessen nutzen zu können, wird er feststellen, dass das nicht funktioniert. Glienicke hat beide Hände ausgestreckt und deutlich signalisiert, dass wir eine GEMEINSAME Lösung finden wollen. Wenn Herr Ortmann und mit ihm die Bürgerinitiative diese Handreichung ausschlägt, wird er feststellen, dass wir uns wehren werden – im Zweifel gerichtlich, wie die letzte Gemeindevertretersitzung (Sondersitzung) am 10. März gezeigt hat.

18.03.2020 in Allgemein

Liebe Glienickerinnen und Glienicker

 
Mitmenschlichkeit und Solidarität zeigen

Ich schreibe diese Zeilen unter dem Eindruck der gerade geschlossenen Kitas, Schulen und Geschäfte. Das öffentliche Leben wird immer weiter heruntergefahren.
Aktuelle Informationen können Sie über die Homepage oder die Facebook-Seite der Gemeinde jederzeit abrufen.

„In der Krise beweist sich der Charakter.“ Dieser Ausspruch wurde von unserem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt geprägt. Charakterstärke und Menschlichkeit ist das, was wir jetzt brauchen. Wir alle haben Einschränkungen im täglichen Leben in der letzten Zeit erfahren. Die wirtschaftlichen Folgen, gerade für Gewerbetreibende und Freiberufler, sind noch nicht absehbar.

Doch in der derzeitigen Situation geht es vor allem erstmal darum, so viele Leben wie möglich zu retten, indem die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus verlangsamt wird.

Drastische und sofortige Einschnitte in unserem täglichen sozialen Leben und unserem Berufsalltag sind notwendig. Auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüßungskuss, das Händeschütteln müssen wir eine Zeit lang verzichten.

Worauf wir nicht verzichten müssen, sind Mitmenschlichkeit und Solidarität. Mitmenschlichkeit, indem wir Rücksicht aufeinander nehmen. Solidarität, indem wir unsere Nachbarn, die vielleicht zu den besonders gefährdeten Personengruppen gehören, unterstützen. Nachbarschaftshilfe durch Hilfe beim Einkaufen oder auch Kinderbetreuung sind auch jetzt möglich.

Mich hat die große Hilfsbereitschaft, zum Beispiel in den entsprechenden Gruppen auf Facebook, sehr beeindruckt. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir in diesen Zeiten weiterhin und besonders zusammenhalten!

Ihr

Uwe Klein

02.03.2020 in Verkehr

SPD/PIRATEN beantragen Sondersitzung der Glienicker Gemeindevertretung

 

Die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter der Glienicker SPD/PIRATEN-Fraktion haben für den 10.03.2020 um 18:00 Uhr eine Sondersitzung der Glienicker Gemeindevertretung beantragt. Einziger Tagesordnungspunkt „Antrag der Fraktion SPD/PIRATEN: Einleitung rechtlicher Schritte gegen den Bezirk Reinickendorf im Fall der Beschlussfassung über die Sperrung des Waldseeviertels für den Autoverkehr“.

In der vergangenen Woche hatte sich die Gemeinde Glienicke mit einem Schreiben an den Bezirksbürgermeister des Bezirks Reinickendorf, Frank Balzer (CDU), sowie an alle Fraktionen der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung gewandt und darum gebeten, den Beschluss zur Sperrung der Straßen nicht zu fassen, sondern zunächst in gemeinsamen Gesprächen Lösungen zu finden. Weiterhin wurde für den 2. März eine öffentliche Informationsveranstaltung beschlossen, zu der unter anderem die jeweiligen Vorsitzenden des Reinickendorfer Verkehrsausschusses und des Glienicker Infrastrukturausschusses eingeladen wurden.

Am vergangenen Freitag hatte der Vorsitzende des Reinickendorfer Verkehrsausschusses, Lorenz Weser (CDU), seine Teilnahme an der Glienicker Infoveranstaltung aus beruflichen Gründen abgesagt. Im letzten Satz seiner Absage schreibt er: „An dem Beschluss und Vorgehen halten wir jedoch weiterhin fest.“

Diese Antwort empfinde ich als Schlag ins Gesicht der Glienicker. Wir Gemeindevertreter haben dem Bezirk Reinickendorf die Hand ausgestreckt - und von Seiten des zuständigen Reinickendorfer Fachausschusses wird nicht einmal versucht, vor Beschlussfassung das Gespräch mit der betroffenen Nachbarkommune zu suchen.

Zur Sondersitzung der Glienicker Gemeindevertretung hat die SPD/PIRATEN-Fraktion daher beantragt, dass der Bürgermeister rechtliche Schritte gegen den Beschluss zur Sperrung der Straßen einlegen soll, sollte die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf diesen Beschluss am 11.03.2020 fassen.

29.02.2020 in Verkehr

Schließung verhindern/ Lösungen finden

 

Infoveranstaltung am 2.  März um 19:30 Uhr

 

Die Gemeindevertretung Glienicke/Nordbahn haben am 26. Februar, auf meinen Vorschlag hin,  beschlossen, dass am 2. März 2020 eine Informationsveranstaltung zum Themenschwerpunkt "Straßensperrung an den Landesgrenzen“ durchgeführt wird.

Ort: Mensa der Grundschule, Hauptstraße 65a, 16548 Glienicke/Nordbahn

Beginn: 19:30 Uhr

Kommen Sie zur Infoveranstaltung. Lassen Sie uns gemeinsam diskutieren, wie eine Straßensperrung an den Landesgrenzen verhindert werden kann, aber, und das ist mir auch sehr wichtig, die Interessen der Anlieger der Straßen in Zukunft besser berücksichtigt werden können.

14.02.2020 in Verkehr

Reinickendorf riegelt Glienicke ab / Glienicke erhält die Quittung für jahrelange Untätigkeit

 
Sperrung verhindern und gemeinsam Lösungen erarbeiten

Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Reinickendorfer Verkehrsausschusses in ihrer Sitzung am 13. Februar der Bezirksverordnetenversammlung, an der Schildower Straße und an der Elsenstraße (Waldseeviertel) jeweils am Ortsausgang temporäre Modalfilter, zum Beispiel in Form von Blumenkübeln, zu installieren. Damit würde der Durchgangsverkehr zwischen Glienicke und Berlin für den Autoverkehr unterbrochen und müsste über die Glienicker Hauptstraße und die B96 laufen.

Einstimmig und ohne dass der Versuch unternommen wurde, dass die jeweiligen Fachausschüsse aus Reinickendorf und Glienicke hier gemeinsam nach einer Lösung suchen. Dass die Reinickendorfer Bezirksverordneten in ihrer gestrigen Sitzung betonen, jetzt mit Glienicke ins Gespräch kommen zu wollen, macht es aus meiner Sicht nicht besser. Hier handeln die Reinickendorfer Bezirksverordneten nach dem Motto, erst einmal Fakten schaffen und hinterher könne man immer noch reden. Eine Bezirksverordnete meinte nach der Beschlussempfehlung: „…vielleicht fahren die Glienicker dann ja zukünftig alle mit dem Fahrrad nach Reinickendorf“. Welch unglaubliche Ignoranz, zumal ein großer Teil des Durchgangsverkehrs von Schildow kommt.

Derzeitige Situation ist untragbar

Völlig unstrittig ist es für mich, dass die derzeitige Situation im Bereich Karlstraße, Alte Schildower Straße, Lessingstraße und im Berliner Waldseeviertel untragbar ist. Täglich über 6.000 Autos wälzen sich durch dieses Wohngebiet. Ein Wohngebiet, dessen Straßen eben nicht ausgelegt sind, um diese Blechlawinen aufzunehmen.

28.01.2020 in Allgemein

Ist ein Liederabend ein angemessenes Gedenken?

 

Vor 75 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Seit 1996 begeht Deutschland den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt wurde.

Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn ignorierte in diesem Jahr den Gedenktag. Ein Gedenken, beispielsweise mit Schülern des Neuen Gymnasium Glienicke (NGG) wie in den Vorjahren fand nicht statt. Das Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau reduzierte sich auf die Teilnahme an einem Liederabend, den der Verein Nordbahngemeinden mit Courage in der Kirche in Schildow veranstaltete. Sicher, auch der Glienicker Bürgermeister ist Schirmherr des Vereins, aber ein Gedenken sieht für mich anders aus.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Pfarrer führte der Vorsitzende des Vereins kurz ins Thema ein. In der bis auf den letzten Platz belegten Schildower Kirche durften die Anwesenden einen schönen Liederabend mit Bettina Wegner, Karsten Troyke und Jens Peter Kruse erleben. Zu Recht flammte tosender Beifall immer wieder auf, denn diese drei Künstler sind auch für mich Ausnahmekünstler. Gerade auch Bettina Wegner hat eine klare politische Haltung in ihren Liedern.

Doch ist ein, wenn auch teilweise politischer, Liederabend wirklich ein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus?

Ist ein politischer Liederabend, in dem die schier unglaubliche Menschenverachtung der Nationalsozialisten zur Nebensache verkommt, das, was wir unter Gedenkkultur verstehen? Ich bin Bettina Wegner und Karsten Troyke dankbar, dass wenigsten von ihnen das eine oder andere Wort in diese Richtung fiel. Denn auch zwischen den Liedern gab es leider keinerlei Wortbeiträge, Gedichte oder Beiträge, die inhaltlich auf das Gedenken selbst eingingen.

In seiner Proklamation zur Einführung des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus führte Herzog seinerzeit aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

In einer Zeit, in der Antisemitismus und das Ausgrenzen von Minderheiten in Deutschland wieder salonfähig zu werden scheinen, ist ein Liederabend aus meiner Sicht kaum ein würdiges Gedenken, das in die Zukunft wirkt.

In einer Zeit, in der andersdenkende oder vermeintliche Minderheiten angefeindet und ausgegrenzt werden, ist ein Liederabend aus meiner Sicht kaum ein würdiges Gedenken, das in die Zukunft wirkt.

Wir brauchen ein Gedenken, das die Aufmerksamkeit darauf richtet, dass menschenverachtende Worte und Taten verurteilt und sanktioniert werden. Und dass dies eine Aufgabe jedes Einzelnen von uns ist. Denn das sind wir nicht nur allen Opfern des Zweiten Weltkrieges schuldig, sondern auch unseren Kindern, die in Frieden aufwachsen und sich für eben jenen Frieden einsetzen sollen.

Wir brauchen ein Gedenken, das das Andenken an die Millionen Opfer bewahrt. Ein in die Zukunft gerichtetes Gedenken, um zu verhindern, dass Menschen anderen Menschen je wieder so unfassbares Leid antun.

So schön dieser Liederabend gewesen sein mag, ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sieht für mich anders aus.

17.01.2020 in Kommunalpolitik

Kommunaler Wohnungsbau in Glienicke, ein Hoffnungsschimmer

 

Im November 2018 beschloss die Gemeindevertretung die Beauftragung des Bürgermeisters ein Konzept für kommunalen Wohnungsbau zu erstellen.

Meine damalige Idee war es, dass die Gemeinde auf eigenen Grundstücken Stadtvillen mit vier bis sechs Wohnungen baut, die ohne Gewinnabsicht vermietet werden. In Schildow wurde dieses Konzept von der Gemeinde Mühlenbecker Land im Jahr 2018 schon erfolgreich umgesetzt.

In seiner Sitzung am16.Januar 2020 hat sich der Ausschuss für Umwelt, Planen, Bauen/Wohnen für ein kommunales Grundstück in der Leipziger Straße mit diesem Thema beschäftigt.

Einstimmig, bei einer Enthaltung, hat der Ausschuss heute der Gemeindevertretung empfohlen, dass für eine mögliche Bebauung des kommunalen Grundstücks in der Leipziger Straße eine Machbarkeitsstudie mit Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt werden soll.

Es freut mich sehr, dass es jetzt mit dem Thema „bezahlbare Wohnungen“ für Glienicke vorangeht. In solchen Stadtvillen sind beispielsweise auch altersgerechte Wohnungen für unsere Senioren möglich.

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