Persönliche Gedanken

Veröffentlicht am 28.10.2025 in Allgemein

Seit dem Tag der Stichwahl habe ich auf unterschiedlichsten Wegen zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Viele Menschen haben mich ausdrücklich gebeten, mich weiterhin politisch für Glienicke zu engagieren. Diese Ermutigungen haben mich sehr gefreut. Dennoch halte ich an meiner Aussage fest: Ich werde mir die notwendige Zeit nehmen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Ich möchte heute ein paar meiner Gedanken teilen.
Ich bin kein Holzklotz. Das, was in den vergangenen Monaten, insbesondere im Rahmen des Bürgermeisterwahlkampfes, passiert ist, ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich bin stolz darauf, dass weder mein Team, welches meinen Wahlkampf gemeinsam organisiert hat, noch ich selbst uns an den teils massiven Anfeindungen beteiligt haben. Mehr Miteinander war und ist für mich nie nur ein Wahlkampfslogan, sondern Ausdruck einer tiefen Überzeugung.
 
Leider bleibt dieses „Miteinander“ allzu oft ein frommer Wunsch.


Ich frage mich ehrlich:

  • Möchte ich noch Mitglied einer Gemeindevertretung sein, deren Vorsitzender zugleich Vorsitzender der Glienicker CDU ist und persönliche Diffamierungen als Mittel im Wahlkampf einsetzt – bis hin zu übler Nachrede?
  • Möchte ich Teil einer Gemeindevertretung sein, in der der Ehemann der stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeindevertretung (FDP) im Glienicker Kurier, Ausgabe August/September 2025 in einem „Leserbrief“ meine über 20-jährige kommunalpolitische Arbeit öffentlich in den Dreck zieht?
  • Möchte ich in einer Gemeindevertretung mitarbeiten, die es hinnimmt, dass Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung – die Kraft ihres Amtes parteipolitisch neutral handeln sollten – sich einseitig äußern und damit aktiv in den Wahlkampf eingreifen?
  • Und schließlich: Möchte ich einer Gemeindevertretung angehören, in der – zumindest von Seiten der CDU – andere Gemeindevertreter nicht als politische Mitbewerber, sondern als Gegner oder sogar Feinde betrachtet werden, die es zu bekämpfen gilt?

Mich stößt dieser Stil zutiefst ab. Ich frage mich, ob es manchen, die sich in Glienicke politisch engagieren, tatsächlich noch um das Wohl unserer Gemeinde oder das Finden guter Lösungen in der Sache geht – oder längst nur noch um persönliches Machtstreben und das Bekämpfen politischer „Gegner“.

Derzeit sehe ich leider keine Mehrheiten in der Gemeindevertretung, die bereit wären, diesem schlechten Stil, der auch noch belohnt und bestätigt wird, ein Ende zu setzen. Wundert sich da noch jemand über die zunehmende Politikverdrossenheit? Oder darüber, dass immer weniger Menschen bereit sind, sich aktiv einzubringen? Ich beginne, es zu verstehen. Gerade auf der kommunalen Ebene sollte es doch um die Sache gehen – um unser Glienicke. Letztlich ist Kommunalpolitik etwas, das man in seiner Freizeit tut. Und das Spaß machen sollte. Den habe ich im Moment verloren.

Thomas Mann hat es treffend formuliert:
"Ich will nicht die Parlaments- und Parteiwirtschaft, welche die Verpestung des gesamten Lebens mit Politik bewirkt. Ich will nicht Politik. Ich will Sachlichkeit, Ordnung und Anstand."

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Gedanken nachvollziehbar machen, warum mir die Entscheidung über ein weiteres politisches Engagement in und für Glienicke nicht leichtfällt. Aber ich werde sie – wie bisher – mit Verantwortung, Ehrlichkeit und einem klaren Blick für das Wohl unserer Gemeinde treffen.

 
 

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