Nahverkehrsplan Oberhavel: Kürzungen bei der 806 sind so nicht hinnehmbar

Veröffentlicht am 12.08.2026 in Verkehr

 

 

Am 10. August 2026 wurde im Mobilitätsausschuss des Kreistags der Entwurf des Nahverkehrsplans 2027–2031 vorgestellt. Für Glienicke/Nordbahn drohen erhebliche Verschlechterungen. Besonders die Kürzungen bei der Buslinie 806 sind nicht hinnehmbar.

An Schultagen sollen sechs Fahrtenpaare, an Ferientagen 16, samstags sowie sonn- und feiertags jeweils 13 Fahrtenpaare entfallen. Damit trifft es vor allem Zeiten außerhalb des Schülerverkehrs – und damit Pendler, Familien, ältere sowie mobilitätseingeschränkte Menschen.

Das ist umso unverständlicher, weil die Linie 806 laut Entwurf zu den nachfragestärksten Linien im Landkreis gehört. Die starken Linien erbringen zusammen fast 60 Prozent der Nachfrage bei nur rund 30 Prozent der Betriebsleistung. Gerade dort zu kürzen, widerspricht einer bedarfsgerechten Verkehrsplanung.

Bereits weggefallen, obwohl im aktuellen Nahverkehrsplan enthalten, ist der Kiezbus zwischen S Frohnau – Glienicke – Schildow Kirche. Seit 2019 hatte Glienicke zusätzliche Leistungen auf der Linie 806 finanziert, um diese direkte Verbindung zu ermöglichen. Die Nachfrage war vorhanden: Allein im vierten Quartal 2019 wurden 32.131 Fahrgäste gezählt!

Neben der Streichung des Kiezbusses durch den Landkreis dürfen nicht noch weitere Kürzungen erfolgen. Der 806er muss mindestens auf dem bisherigen Angebotsniveau erhalten bleiben. Im Gegenteil: der Kiezbus nach Frohnau gehört dauerhaft ins Regelangebot und muss finanziell abgesichert werden.

Auch bei der nachfragestarken Linie 809 sind Kürzungen vorgesehen: abends an Schultagen zwei sowie in den Ferien und am Wochenende jeweils sechs Fahrtenpaare.

Deshalb habe ich einen Vorschlag für eine offizielle Stellungnahme der Gemeinde Glienicke/Nordbahn zum Entwurf des Nahverkehrsplans erarbeitet und den Gemeindevertretern sowie dem Bürgermeister zur Verfügung gestellt. Ich hoffe sehr, dass es hier zu einer großen Geschlossenheit, über alle Parteigrenzen hinweg, kommt, und Glienicke hier deutlich Position bezieht.

Ein leistungsfähiger ÖPNV ist Daseinsvorsorge. Der Nahverkehrsplan muss sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. In einer dicht besiedelten Gemeinde wie Glienicke darf das Angebot nicht strukturell geschwächt werden. Bei der Linie 806 darf es keine weiteren Verschlechterungen geben.

 
 

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