Bezahlbarer Wohnraum für Glienickerinnen und Glienicker – SPD bringt Antrag für kommunale Wohnungen in der Leipziger Straße ein
Die SPD-Fraktion Glienicke will den kommunalen Wohnungsbau in der Gemeinde endlich konkret voranbringen. Für die Sitzung der Gemeindevertretung am 22. September 2026 beantragt sie, das gemeindeeigene Grundstück Leipziger Straße 38 grundsätzlich für den Bau kommunaler Wohnungen zu nutzen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der vorrangig Glienicker Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt.
„Glienicke ist ein attraktiver Wohnort – aber für viele Menschen wird es immer schwieriger, hier eine bezahlbare Mietwohnung zu finden. Wir wollen deshalb, dass die Gemeinde selbst aktiv wird und Wohnungen schafft, bei denen nicht die Gewinnerzielung, sondern bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt steht“, erklärt die SPD-Fraktion.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen großen Wohnblock. Auf dem Grundstück Leipziger Straße 38 könnten beispielsweise Stadtvillen entstehen, die sich in die umliegende Bebauung einfügen. Bereits 2020 hatte die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen, städtebauliche Varianten für eine intensivere Nutzung des Grundstücks zum Zweck des kommunalen Wohnungsbaus entwickeln zu lassen. Im Mai 2021 wurden entsprechende Varianten eines Planungsbüros im zuständigen Ausschuss vorgestellt. Zu einer Entscheidung kam es damals jedoch nicht.
„Fünf Jahre nach Vorstellung der Varianten ist es Zeit, aus Überlegungen konkrete Schritte werden zu lassen. Wir wollen das Thema wieder auf die Tagesordnung setzen und zu einer Entscheidung kommen“, so die SPD-Fraktion.
Der Antrag sieht deshalb ein konkretes Vorgehen vor: Der Planungsausschuss soll auf Grundlage der bereits erarbeiteten Varianten eine Empfehlung für die Bebauung entwickeln. Eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans soll möglichst vermieden werden. Parallel soll der Hauptausschuss Finanzierungsmodelle prüfen und untersuchen, wie Planung und Bau effizient gemeinsam ausgeschrieben werden können.
Besonders wichtig ist der SPD, dass die Wohnungen möglichst den Menschen zugutekommen, die bereits in Glienicke leben. Deshalb soll geprüft werden, ob bei der Vergabe ein Punkteverfahren nach dem Vorbild Hohen Neuendorfs – ein sogenanntes „Einheimischenmodell“ – möglich ist. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft der Stadt Hohen Neuendorf soll untersucht werden.
Kommunaler Wohnungsbau kann gerade in einer Gemeinde wie Glienicke einen wichtigen Beitrag leisten. Bezahlbare Mietwohnungen werden für Familien und Alleinerziehende ebenso benötigt wie für junge Menschen, die aus dem Elternhaus ausziehen möchten. Kleinere und barrierefreie Wohnungen können älteren Glienickerinnen und Glienickern ermöglichen, in ihrem Heimatort zu bleiben. Auch Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Handwerker oder Beschäftigte der Gemeinde sind darauf angewiesen, in der Nähe ihres Arbeitsplatzes bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Für die SPD ist kommunaler Wohnungsbau zugleich eine Investition in die Zukunft: Grundstück und Wohnungen bleiben im Eigentum der Gemeinde und damit dauerhaft kommunales Vermögen. Werden die Wohnungen ohne Gewinnerzielungsabsicht vermietet und lediglich Finanzierung, Bewirtschaftung sowie notwendige Rücklagen berücksichtigt, können Mieten ermöglicht werden, die deutlich unter den üblichen Vergleichsmieten liegen.
„Wir wollen, dass Menschen auch künftig unabhängig von ihrem Einkommen in Glienicke leben können. Wenn wir bezahlbaren Wohnraum wollen, dürfen wir nicht nur darauf hoffen, dass der private Markt ihn schafft. Als Gemeinde haben wir die Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance sollten wir jetzt nutzen.“