Die Essener Tafel geht uns alle an!

Veröffentlicht am 02.03.2018 in Allgemein

Seit einigen Tagen tobt eine Debatte über die Essener Tafel, beziehungsweise darüber, dass bei der Ausgabe der Lebensmittel selektiert wird. Die einen kritisieren den Vorsitzenden der Tafel massiv, die anderen applaudieren ihm.  Gerade auch diese Debatte zeigt für mich sehr deutlich, wie groß der Riss schon ist, der durch unsere Gesellschaft geht.

Wie kann es sein, dass die Verantwortlichen der Essener Tafel als Nazis beschimpft werden?

Wie kann es sein, dass die Verantwortlichen der Essener Tafel gefeiert werden, weil sie nur noch an Deutsche Hilfsgüter ausgeben?

Wenn, wie jetzt die Essener Tafel, ein gemeinnütziger Verein die Reißleine zieht, warum wird dann nicht über Grundsätze diskutiert? Laut Homepage der Essener Tafel e.V. werden allein dort wöchentlich 16.000 bedürftige Kinder, Jugendliche und Erwachsene versorgt. 16.000 (!), die allein in Essen versorgt werden müssen, weil es zum Leben sonst nicht reicht!

Auch ich sehe die Entscheidung, derzeit keine neuen ausländischen Bedürftigen auf die Essener Ausgabeliste aufzunehmen, sehr kritisch. Doch anstatt die Entscheidung öffentlich zu feiern oder zu verdammen, sollte ein Aufschrei durch Deutschland gehen. Ein Aufschrei, dass in unserem reichen Land immer mehr Menschen von Armut betroffen sind.

Wo ist die Menschlichkeit geblieben? Wie degeneriert ist unsere Gesellschaft geworden, dass Armut toleriert wird und die Ärmsten gegen die noch Ärmeren ausgespielt werden? Frei nach dem Motto, Hauptsache mir geht es gut, was geht mich das Elend der anderen an.

Selbst unsere Politiker auf Bundesebene bis hin zur Kanzlerin, meinen sich zur Essener Tafel äußern zu müssen.

Doch anstatt sich mit Menschlichkeit und Herz an die Lösung/Verbesserung der immer größer werdenden Armut, auch der Altersarmut (!), zu machen, hören wir wieder nur pressewirksame Schaufensterreden.

Um es noch einmal deutlich zu schreiben: Weder die Partei am rechten Spektrum, die so etwas mal wieder für ihre ausländerfeindliche Propaganda nutzt, noch die so genannten Linken, die Ehrenamtliche als Nazis beschimpfen, noch die Vertreterinnen und Vertreter der Bundespolitik zeichnen sich gerade durch Menschlichkeit aus.

Bewegen wir uns endlich gemeinsam, um die wachsende Armut in Deutschland zu bekämpfen. Dabei darf es keine Rolle spielen, woher jemand kommt. Bedürftigen muss geholfen werden!

 

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