Bildungspolitik allgemein und konkret

Veröffentlicht am 17.06.2009 in Bildung

Bildungsminister Holger Rupprecht zu Gast in Glienicke

Knapp 100 Interessierte - darunter viele Eltern, Lehrer, Schulleiter und Erzieher aus den Kitas - waren Anfang Juni der Einladung des Landtagsabgeordneten Alwin Ziel und der Glienicker SPD gefolgt, um mit Bildungsminister Holger Rupprecht über die Brandenburger Bildungspolitik zu diskutieren.
Alwin Ziel stellte eingangs fest, dass es ihm persönlich darum gehe, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit Bildungsminister Rupprecht, dem Glienicker Bürgermeister Joachim Bienert und dem Vorsitzenden der Glienicker SPD wolle er Probleme aufgreifen und berechtigten Forderungen den Rücken stärken. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diesen Anspruch konnte die Veranstaltung zum großen Teil erfüllen. Fast drei Stunden lang wurden in der Mensa der Glienicker Grundschule Fragen beantwortet und für angesprochene Probleme Lösungen präsentiert. Minister Rupprecht zog zu Beginn der Veranstaltung eine positive Bilanz der Brandenburger Bildungspolitik. Er verwies darauf, dass sich die Brandenburger Schülerinnen und Schüler beim bundesweiten Bildungsvergleich mittlerweile auf die mittleren Plätze verbessert hätten. Es sei auch erfreulich, dass zu den 130 Mio. Euro für den Ausbau der Ganztagsschulen nochmals 30 Mio. Euro hinzukommen, so Rupprecht. Durchaus kritisch befand der Bildungsminister, dass es mit der Einführung der Oberschule nicht gelungen sei, Eltern und Schülern zu vermitteln, dass mit dem Besuch der Oberschule der Weg zum Abitur nicht verbaut ist. Nachbesserungsbedarf sah Rupprecht auch im Kitabereich. Neben der bereits angekündigten Verbesserung des Personalschlüssels müssten zusätzliche Mittel in die Sprachförderung fließen, da bis zu 25% der Kita-Kinder Sprachdefizite aufweisen.

In der anschließenden Diskussion berichteten Eltern und Lehrer u.a. von Lehrermangel und Unterrichtsausfall. Insbesondere langzeiterkrankte Lehrer könnten kurzfristig nicht ersetzt werden. Hierzu erläuterte Bildungsminister Rupprecht, dass die vorgesehene Neueinstellung von 1250 Lehrern Verbesserungen bringen werde. Die von der Brandenburger SPD berechnete Zahl der Neueinstellungen sei realistisch und vor allem in punkto Finanzierbarkeit gründlich geprüft und mehrfach „abgeklopft“ worden. „Waghalsige und unrealistische Versprechungen wie sie der bevorstehende Landtagswahlkampf befürchten lässt, bringen uns nicht weiter“, führte Rupprecht aus und erhielt für seine offenen Worte viel Zustimmung.
Er sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass die Vertretungsreserve bei den Schulämtern erhöht wird. Auf krankheitsbedingte Ausfälle könne somit flexibler und schneller reagiert werden.
Im Vergleich zu Berlin sei Brandenburg für Lehrer durchaus attraktiv geworden, betonte Rupprecht. Die von ihm verfolgten Anreize zur Verbeamtung hätten sich als sehr fruchtbar erwiesen, weil es damit gelinge, gut ausgebildete Lehrer im Land zu halten. Der Weggang von Lehrkräften habe so gestoppt werden können.
Bürgermeister Joachim Bienert machte in diesem Zusammenhang auf den kommenden Mangel an Erzieherinnen im Kitabereich aufmerksam, auf den sich die Kommunen einzustellen hätten. Der Beruf des Erziehers/der Erzieherin müsse attraktiver gestaltet werden. Um kurzfristig aber auf Ausfälle reagieren zu können, sollten die Träger der Kitas darüber hinaus die Möglichkeit haben, nicht nur entsprechend ausgebildetes Personal einzustellen. Diese zusätzlichen Kräfte könnten z.B. ergänzend eingesetzt werden, ohne das der Bildungs- und Erziehungsauftrag Schaden nimmt. Ein Ersatz für ausgebildetes Personal könnten diese Kräfte selbstverständlich nicht sein, betonte Bienert ausdrücklich.
Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung standen Holger Rupprecht, Alwin Ziel und Joachim Bienert noch fast eine Stunde für individuelle Fragen und Einzelgesprächen zur Verfügung, was von etlichen Teilnehmern genutzt wurde.

 
 

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