„Politikergeschwafel ärgert mich total“

Veröffentlicht am 20.09.2008 in Kommunalpolitik

Dieses Interview veröffentlichte der Oranienburger- Generalanzeiger in seiner Ausgabe am 14.August 2008. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Oranienburger- Generalanzeigers.

Lokalpolitiker ziehen Bilanz: Interview mit Uwe Klein, Vorsitzender der SPD- Fraktion in Glienicke

Heute antwortet Uwe Klein, Fraktionsvorsitzender der SPD im Glienicker Parlament auf unsere Fragen zur Legislaturperiode:

Auf welche politische Leistung in dieser Legislaturperiode sind Sie stolz?
Stolz macht es mich, wenn man den sich entwickelnden Gesamtschulstandort in Mühlenbeck betrachtet. Zu Beginn der Legislaturperiode hätte niemand in den Gemeinden Mühlenbecker Land und Glienicke es für möglich gehalten, dass unsere zwei Gemeinden einmal eine gemeinsame Schulpolitik machen. Dass jetzt meine Idee einer gemeinsamen Sozialausschusssitzung aller vier Sozialausschüsse des S- Bahn Bereiches noch vor der Sommerpause Wirklichkeit wird, freut mich besonders.
Ich hoffe, dass damit noch in dieser Legislaturperiode der Grundstein für eine gemeinsame Schulpolitik in unserer Region gelegt wird.

Was ist Ihnen in den vergangenen vier Jahren nicht gelungen, obwohl Sie es sich fest vorgenommen hatten?
Die Entscheidung mich in der Glienicker Kommunalpolitik zu engagieren fiel schon einige Jahre vor der Kommunalwahl 2003. Damals wurde in Glienicke über eine Erhöhung der Kitagebühren diskutiert. Ich nahm mir vor, dass, wenn ich gewählt werde, die Kitagebühren in Glienicke wieder gesenkt werden.
Leider war es nicht möglich, Mehrheiten zu finden.
Das Ziel, die Gebühren deutlich zu senken, habe ich aber nicht aus den Augen verloren!

Was hat Ihnen als Kommunalpolitiker besonders viel Spaß gemacht, und was hat Sie total geärgert?
Besonders viel Spaß haben mir die beiden Sitzungen des Sozialausschusses gemacht, in denen die Kinder des Kinderrates des Glienicker Hortes zu Gast waren. Diese beiden Sitzungen waren die Schönsten, die ich als Vorsitzender des Glienicker Sozialausschusses leiten durfte. Die Aufgeregtheit und doch gleichzeitige Unbekümmertheit mit der sich die Kinder für ihre und die Belange des Hortes eingesetzt haben hat mich zutiefst beeindruckt.
Besonders ärgert mich die gerade in der derzeitigen Vorwahlkampfzeit um sich greifende Unehrlichkeit. Kommunalpolitiker, die in den letzten Jahren durch Inhaltslosigkeit geglänzt haben, werden jetzt plötzlich wach und melden sich zu Wort und schmücken sich dann auch noch mit der inhaltlichen Arbeit von anderen.
Total ärgert mich auch das oft vorherrschende Politikergeschwafel ohne Inhalt und ohne das klar Position bezogen wird.

Was empfehlen Sie Neueinsteigern, die überlegen Lokalpolitiker zu werden?
Nicht den Zeitaufwand zu unterschätzen, die ein kommunalpolitisches Engagement nach sich zieht.
Mit dem Partner und den Kindern die Ambitionen besprechen, denn ohne die Unterstützung und den Rückhalt der Familie geht nichts. Ich bin meiner Familie und im Besonderen meiner Frau unendlich dankbar für ihre Unterstützung. Würde sie mir nicht in vielen Punkten so den Rücken freihalten, könnte ich meinem Hobby „Kommunalpolitik“ nicht so intensiv nachgehen, wie ich es tue. Ich kann aber nur jedem empfehlen, sich zu engagieren und sich für unser Gemeinwesen einzusetzen.
Gerade auf der untersten politischen Ebene kann man sich einbringen und auch vieles bewegen.

Welche Floskel können Sie nicht mehr hören?

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

Mal ehrlich, welches Ihrer persönlichen Wahlversprechen haben Sie vergessen einzulösen?

Hier muss ich passen. Auch nach intensivem Nachdenken fällt mir beim besten Willen keines ein, das ich nicht mindestens versucht habe anzupacken.

Das Interview führten Jürgen Liebezeit und Sarah Wessel

 
 

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