Jugendclub wird beraten- Reicht für Jugendliche der „Treffpunkt Mc Donalds“?

Veröffentlicht am 13.03.2014 in Jugend

Seit zehn Jahren ist klar, dass zum Ende des Jahres 2014 (!) die Nutzungsvereinbarung für den jetzigen Jugendclub ausläuft. Eine Option wäre gewesen, das Grundstück des Jugendclubs an der B 96 vom Eigentümer zu kaufen, denn das Gebäude selbst gehört der Gemeinde schon seit der Wendezeit. Entschieden wurde aber etwas anderes, nämlich, dass der Jugendclub ins Glienicker Ortszentrum ziehen soll. Dass im Jahr 2011 in einer Befragung von fast 500 Jugendlichen sich eine große Mehrheit für die Beibehaltung des jetzigen Standortes an der B96 ausgesprochen hat, wurde dabei ignoriert. Dass sich außerdem die Besucherzahlen des Glienicker Jugendclubs, vorsichtig ausgedrückt, eher mäßig entwickeln, liegt ganz bestimmt nicht am aktuellen Standort. Wer sich abends mal bei Mc Donalds umsieht, wird schnell feststellen, dass der Bedarf, besonders in den Abendstunden und in der kalten Jahreszeit, für einen Treffpunkt unserer Jugendlichen besteht.

Im Sommer 2013 wurde im Sozialausschuss festgelegt, dass ein Jugendclub-Neubau im Bereich der Skateanlage im Ortszentrum entstehen soll. Im Herbst wurde dann ein Plan für einen Neubau, als Anbau im Bereich der Grundschule, vorgelegt. Nach den Vorstellungen der Gemeindeverwaltung sollte ein bestimmter Planer beauftragt werden, der allerdings noch nie einen Jugendclub geplant hat. Hier hat die SPD-Fraktion interveniert und wiederholt darauf hingewiesen, dass die Zeit drängt und praktischerweise ein Planer beauftragt werden sollte, der Erfahrungen mit der Planung und dem Bau einer solchen Einrichtung hat. Die Neubaupläne des Jugendclubs wurden dann im Januar 2014 in einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Sozialausschusses vorgestellt. Doch das, was der Planer, in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung, dort vorlegte, kann ohne Übertreibung als völlig am Thema vorbei bezeichnet werden: Für rund ein halbe Million Euro wurden zwei Varianten an unterschiedlichen Standorten präsentiert, die nach unserer Auffassung nicht einmal im Ansatz den Erfordernissen eines Jugendclubs genügen - unter anderem weil der geplante Neubau kleiner ausfallen sollte als der jetzige. Ein sachkundiger Einwohner der Glienicker Bürgerliste im Planungsausschuss kritisierte diese Pläne als Vorlagen, die so wenig fundiert sind, dass eine Entscheidung unmöglich sei. Dass es nach dieser verkorksten Debatte und den völlig ungenügenden Plänen noch möglich ist, einen zeitlich nahtlosen Übergang vom aktuellen Standort an der B96 zu einem Neubau zu realisieren, erschien bereits zu diesem Zeitpunkt mehr als fraglich. Im Nachgang der Diskussion schlugen Vertreter unserer Fraktion eine Möglichkeit vor, die sicherstellen sollte, dass unsere Jugendlichen Ende diesen Jahres nicht auf der Straße stehen müssen: Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, Grundstücke für einen temporären Jugendclub in Containerbauweise zu suchen, in der Art wie das neue Gymnasium zwei Jahre lang betrieben wurde.

Auf diese Art und Weise sollte es möglich sein, kurzfristig einen ausreichend großen Jugendclub in Glienicke als befristete Übergangslösung zu errichten und eine dann hoffentlich fundiertere Diskussion für einem endgültigen Neubau im Bereich der Skateanlage zu führen sowie eine umsetzungsfähige Planung erarbeiten zu lassen.

Dass von Seiten der Gemeindeverwaltung zwischenzeitlich, wieder einmal am einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung vorbei, Verhandlungen mit der Gemeinde Mühlenbecker Land über eine gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten des Jugendclubs in Schönfließ geführt werden, legt die Vermutung nahe, dass einige immer noch nicht verstanden haben, dass hier jetzt endlich Lösungen auf der Grundlage der Beschlüsse der Gemeindevertretung gefunden werden müssen und Ergebnisse kurzfristig auf den Tisch gehören. Zumindest nach Auffassung der SPD-Fraktion, reicht für unsere Glienicker Jugendlichen eben ein Treffpunkt Mc Donalds allein nicht aus; auch nicht für eine kurze Zeit.

 
 

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