Dringender Handlungsbedarf bei der schulischen Versorgung unserer Kinder
Natürlich ist das private Glienicker Gymnasium nicht überflüssig, aber so liest sich das Ablehnungsschreiben des Brandenburger Bildungsministeriums das die ASG als Träger des privaten Gymnasiums und die Gemeinde Glienicke/Nordbahn erhielten.
Offensichtlich wird immer noch von den für die Schulpolitik in Land Verantwortlichen die aktuelle Situation in unserem Bereich falsch eingeschätzt.
Es ist nicht hinnehmbar, wenn das Brandenburger Bildungsministerium uns sinngemäß mitteilt, dass der Landkreis als Verantwortlicher für die Bildung im Landkreis Oberhavel seiner Pflicht mit dem Ausbau der Mühlenbecker Oberschule in eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe ausreichend nachgekommen ist. Man erinnere sich, welcher Aufwand notwendig gewesen ist um den Kreis von diesem dringend notwendigen Ausbau der Kapazitäten ab der siebten Klasse zu überzeugen. Dies gelang nur, nachdem die zu diesem Zeitpunkt unter Führung der SPD stehenden Sozialausschüsse eine richtungweisende Zusammenarbeit in der Schulpolitik vereinbarten. Doch auch diese Ausweitung der Kapazitäten für die Sekundarstufe I und II reicht nicht aus.
Der Schulentwicklungsplan des Landkreises Oberhavel, der den Bedarf an Schulen im Landkreis Oberhavel, erfassen und steuern soll, ist gerade mal 2,5 Jahre alt und in allen wesentlichen Punkten schon nicht mehr aktuell.
So wird allein die Zahl der Erstklässler an der Glienicker Grundschule in diesem Sommer über 30% höher liegen, als es der Schulentwicklungsplan prognostiziert. Schon jetzt reichen die Kapazitäten an weiterführenden Schulen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen aus.
Wenn nicht jetzt endlich vom Landkreis gehandelt wird, steuern wir offenen Auges in eine bildungspolitische Katastrophe.
Alleine aus Glienicke sitzen drei Abgeordnete im Kreistag Oberhavel, zwei von der CDU und eine von der Linken. Doch leider scheinen sie alle dieses Problem nicht zu sehen, denn sonst hätten sie es sicher schon im Kreistag oder dem zuständigen Kreisbildungsausschuss thematisiert. Auch von allen anderen Fraktionen, inklusive der SPD-Fraktion, im Kreistag, hört man zu diesem Thema nichts.
Es geht jetzt nicht nur um die Ausweitung der Kapazitäten an gymnasialen Plätzen. Vielmehr ist die schulische Versorgung für Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien sicher zu stellen.
Vor diesem Hintergrund ist es um so unverständlicher, wenn das Brandenburger Bildungsministerium eine Prüfung zur Feststellung des besonderen öffentlichen Interesses für das private Glienicker Gymnasium für entbehrlich hält.
Festzustellen bleibt, dass egal wie jeder einzelne zu Privatschulen steht, ohne das private Glienicker Gymnasium , eine Versorgung der Schülerinnen und Schüler im S-Bahn-Bereich in der Sekundarstufe I und II mit geeigneten Bildungsangeboten nicht gewährleistet ist.
Viel ist in den letzten Monaten über das Private Gymnasium beziehungsweise die Diskussion hierüber im Glienicker Kurier zu lesen gewesen. Es wurde geschrieben wer was torpediert oder angeblich ein Schreiben abgeschwächt hat.
Doch wann begreifen endlich alle in Glienicke in Verantwortung stehenden Kommunalpolitiker, dass die Schulpolitik und damit die schulische Ausbildung unserer Kinder viel zu wichtig ist, als das man sie dazu benutzt den politischen Gegner zu diskreditieren.
Der gemeinsame Weg der in Fragen Schulpolitik, der in der vergangenen Legislaturperiode begonnen wurde, muss endlich fortgesetzt werden.
Nur wenn wir jetzt handeln, werden unsere Kinder in absehbarer Zeit nicht auf der Straße stehen oder stundenlange Wege zu einer weiterführenden Schule in Kauf nehmen müssen.