BILDUNG: Eine Frage des Stils

Veröffentlicht am 19.11.2008 in Bildung

Geteiltes Echo zum Vorschlag zum Ausbau und Trägerwechsel der Mühlenbecker Oberschule

erschienen in der Märkischen Allgemeinen Zeitung am 19. Novemver

OBERHAVEL - „Natürlich bin ich ganz extrem an einem Ausbau in Birkenwerder interessiert“, sagt Hansjörg Behrendt. Der Rektor der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule hält die gegenwärtige Verquickung der Themen Schulerweiterung und Trägerschaftswechsel „für unglücklich“. „Denn auch wenn wir fünfzügig bleiben, brauchen wir den Ausbau“, stellte er klar. Schließlich sei die Schule eigentlich auf eine Dreizügigkeit ausgelegt. Die Tatsache, dass sich 230 Sechstklässler um die 115 Plätze beworben hatten, habe die Regine-Hildebrandt-Schule 2008 zur am meisten nachgefragten Schule Brandenburgs gemacht. Und in solch einen Standort müsse dann auch investiert werden, argumentiert Behrendt.

Für Bürgermeister Klaus Brietzke (CDU) kommt der SPD-Vorschlag vom vergangenen Freitag, die Mühlenbecker Oberschule parallel in Kreisträgerschaft zu überführen (MAZ berichtete), nicht überraschend. „Wir haben schon vor Jahren über diese Möglichkeit diskutiert“, sagte er auf Nachfrage. Er begrüße eine Vereinheitlichung der Schullandschaft. Allerdings erschließe sich für ihn der Zusammenhang mit Birkenwerder nicht: „Wir sind für eine Entwicklung des Schulstandortes Mühlenbeck, aber nicht gegen den Ausbau in Birkenwerder“, betonte er. Angesichts des stetigen Zuzugs stehe die Erweiterung in Birkenwerder „über kurz oder lang auf der Tagesordnung“.

Den Trägerwechsel hält auch der Glienicker SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Klein „für gut und vernünftig“. Allerdings hätte er sich vor dem öffentlichen Vorstoß ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Kommunen Mühlenbecker Land, Birkenwerder, Glienicke, Hohen Neuendorf sowie des Landkreises gewünscht. „Das ist für mich eine Stilfrage“, sagt er. Klein regt an, diesen Dialog schnellstmöglich nachzuholen. Gleichzeitig erweitert er die Tagesordnung dieses Runden Tisches: Dann sollte auch darüber gesprochen werden, alle noch in kommunaler Trägerschaft befindlichen Gesamt- und Oberschulen in Kreisträgerschaft zu geben. „Dadurch gewinnen wir eine zielgerichtete Schulpolitik und kommen weg von lokalen Egoismen“, sagte er. Außerdem sollte der Landkreis im Fall Mühlenbeck schon zu Beginn des Erweiterungsprojektes ins Boot geholt werden, nicht erst zum zweiten Bauabschnitt.

Den Vorschlag, dass der Landkreis sämtliche weiterführende Schulen in seine Trägerschaft übernimmt, findet sogar Hansjörg Behrendt gut. (Von Helge Treichel)

 
 

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