Am 27. Mai beschloss der Kreistag Oberhavel mit großer Mehrheit, dass endlich mit dem Ausbau der Gesamtschule Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder zu einer sechszügigen Gesamtschule begon-nen wird. Damit ist klar: Das Therapiebecken – für einige Symbol des integrativen Charakters der Schule – muss der Abrissbirne weichen. Ersatz dafür gibt es nur im Kleinformat. Zum Schwimmen müssen die Schüler künftig in die Turmcity nach Oranienburg fahren. Gerade auch von Glienicker Schüler wird die Gesamtschule Birkenwerder nach der 6. Klasse wegen ihres guten Rufes sehr oft als so genannten Erstwunsch angewählt.
Bereits im Jahr 2007 wurde die Sechszügigkeit für die Gesamtschule Birkenwerder mit den Beschluss des kreislichen Schulentwicklungsplanes festgeschrieben. Der Kreistag wie auch der Kreisbildungs-ausschuss hatten die Proteste der Eltern und kommunalen Vertretungen gehört, schließlich wachsen gerade bei uns den so genannten S-Bahn-Gemeinden die Schülerzahlen unaufhörlich. Um diesen Schülerwachstum gerecht zu werden sieht der zwischenzeitlich vom Bildungsministerium bestätigte Schulentwicklungsplan unter anderem den sechszügigen Ausbau der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule Birkenwerder(mit gymnasialer Oberstufe) sowie den Ausbau der ehemaligen Ober-schule Mühlenbeck zu einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe vor. Damit soll dem steigenden Schülerzahlen Rechnung getragen werden.
Gerade die Sozialausschüsse der Gemeinden Glienicke/Nordbahn und Mühlenbecker Land, zwischen denen sich in der Schulpolitik in der vergangenen Legislaturperiode eine enge Zusammenarbeit ent-wickelt hat, haben sich massiv in die Debatte um den Schulentwicklungsplan eingebracht, um eine Erhöhung der Schulkapazitäten zu erreichen. Während in den Gemeinden Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn die Planungen für den Gesamtschulstandort Mühlenbeck vorangetrieben wurden, machte sich der Landkreis als Träger der Gesamtschule Birkenwerder an die Planungen für den Aus-bau der Schule in Birkenwerder. Doch während in Mühlenbeck der Platz für den Schulneubau in fast unbegrenzten Umfang zur Verfügung zu stehen scheint, sind die Grundstücksflächen an der Gesamt-schule Birkenwerder sehr begrenzt. So fasste der Kreistag nach eingehender Beratung im Kreistag wie auch in den Fachausschüssen den Beschluss, das derzeitige Therapiebecken für die Schulerwei-terung zu opfern und im Schulerweiterungsbau statt dessen einen kleineren Ersatz für die Warmwas-sertherapie neu zu bauen.
Sachgerecht und fern von jedem Populismus hätte die Debatte geführt werden können, doch zwei Probleme standen dem entgegen. Als Erstes wurde die Debatte im letzten Jahr angestoßen, also direkt vor der Kommunalwahl und zweitens hatte „die Linke“ wieder einmal ihr „Robin Hood Gen“ aus-gepackt und entdeckte die Möglichkeit hier ein treffliches Wahlkampfthema hochziehen zu können. Ein entsprechendes Schmierentheater wurde von der Fraktion „die Linke“ dann auch im Kreistag auf-geführt. Brachte die Linke noch vor einigen wenigen Wochen einen Antrag ein, damit der Ausbau der Gesamtschule Birkenwerder endlich losgehen kann, zog sie ihren eigenen Antrag in der gleichen Sit-zung mit fadenscheinigen Begründungen zurück.
Damit ist ein zügiger Ausbau der Gesamtschule Birkenwerder wieder einmal nicht möglich gewesen. Doch glücklicherweise sind sich alle demokratischen Fraktionen im Kreistag Oberhavel, bis auf die FDP und die Linke, ihrer Verantwortung für die Schülerentwicklung und die Sicherstellung der schuli-schen Versorgung im S-Bahn-Bereich, und damit auch in Glienicke, bewusst.
Auf Initiative der SPD wurde durch die Große Koalition bestehend aus SPD/LGU, CDU und Unabhän-gige Bürgerfraktion eine Sondersitzung des Kreistages zum Thema Ausbau der Gesamtschule Bir-kenwerder beantragt. Für Thomas Günther (SPD) ging es um die „wichtigste schulpolitische Entschei-dung dieser Legislaturperiode“. Ironischerweise setzte die Große Koalition gemeinsam mit den Grü-nen einen Antrag durch, der nahezu identisch war mit jenem Papier, das die Linke Kreistagsfraktion auf der letzten Kreistagssitzung überraschend zurückgezogen hatte.
Gegen die Stimmen der Linken Kreistagsfraktion und bei Enthaltung der FDP Kreistagsfraktion wurde dann vom Kreistag beschlossen, dass die Gesamtschule Birkenwerder nun endlich zu einer sechszü-gigen Schule ausgebaut werden kann. Ein wichtiger Meilenstein zur Sicherstellung der schulischen Versorgung unserer Kinder im bereich der Sek. I und Sek. II.
Glücklicherweise hat sich der offensichtlich rein am Populismus und Wahlkampftaktiken orientierte Kurs der kreislichen Linkspartei nicht im Kreistag durchgesetzt.
Mit diesem auch für die Glienicker Schüler wichtigen Beschluss des Kreistages Oberhavel wird sich die schulische Situation verbessern, doch optimal ist die Situation noch lange nicht.