Potsdam – Die stellvertretende SPD- Fraktionsvorsitzende und Bildungsexpertin Klara Geywitz begrüßt die heute von Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) vorgestellten Änderungen zum Schuljahr 2008/09. Zugleich forderte sie das Wissenschaftsministerium auf, „endlich die Voraussetzungen für eine Ausbildung von Berufsschullehrern in Brandenburg zu schaffen.“ Ein weiterer Ausbau der Ganztagsangebote sei notwendig. Geywitz: „Es ist gut, dass die CDU das inzwischen voll unterstützt“.
Der Bereich der beruflichen Ausbildung war dafür ausschlaggebend, dass Brandenburg beim jüngsten bundesweiten Bildungsvergleich nur Platz 14 belegte. Etwa ein Viertel der Berufsschüler haben keinen Abschluss. Geywitz: „Die personelle Ausstattung der Berufsschulen muss sich deutlich verbessern. Die Lehrerkollegien haben meist ein sehr hohes Durchschnittsalter. Es besteht schon jetzt Lehrermangel. Deshalb haben wir schon mehrfach gefordert, dass jetzt in Brandenburg mit der Ausbildung von Berufsschullehrern begonnen wird. Wir brauchen neue, gute Lehrer, denn eine gute berufliche Ausbildung steht und fällt mit guten Berufsschullehrern.“
Insgesamt habe sich die Bildungslandschaft in Brandenburg in den vergangenen Jahren jedoch „deutlich verbessert“, so Geywitz. Das stelle auch der Bildungsvergleich dar, wonach sich Brandenburg in fast allen Bereichen verbessern konnte.
Die Veränderungen zum neuen Schuljahr würden dabei helfen. Zentrales Problem bleibe jedoch der regionale Lehrerüberhang, „der zu persönlich schwierigen Situationen führen kann.“ Sie fordert die Schulämter auf, „die individuelle Situation der Lehrer mit größter Sensibilität zu behandeln.“ Dennoch seien vereinzelte angeordnete Umsetzungen nicht zu vermeiden.
Als positive Änderungen im neuen Schuljahr erachtet Geywitz die Absenkung der Gewichtung der Vergleichsarbeit in Mathe und Deutsch in der 6. Klasse. Geywitz: „Bisher waren das 40 Prozent in der Gesamtnote. Das war einfach zu viel. Mit den jetzt vorgesehenen 20 Prozent ist eine gute Lösung gefunden. Diese Leistungskontrolle ist im Interesse der Kinder notwendig.“ Die CDU wollte ursprünglich die härteste Methode der Zugangskontrolle zum Gymnasium: Eine Aufnahmeprüfung.
Positiv würde sich im neuen Schuljahr auch die verbilligte oder kostenfreie Schülerbeförderung auswirken. Für Familien in finanziell schwierigen Situationen werde der neue Schulsozialfonds „unbürokratisch helfen, wo Hilfe konkret notwendig ist“.